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Feuerwerk Simulator: Werde mit uns zum Silvester-Profi

24. Dezember 2015
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Der Großfeuerwerk Simulator von Rondomedia wurde vor einem guten Jahr veröffentlicht und vor kurzem in der „Best of Simulations“-Version neu aufgelegt – es wird Zeit, den Selbstversuch zu starten – immerhin ist ja bald Silvester und wenn man keine Lust oder kein Geld für ein Feuerwerk samt Pyrotechniker hat, holt man sich das Feuerwerk eben nach Hause. Und das könnt ihr auch, denn wir verlosen ein kleines Silvester-Paket. Mehr dazu am Ende des Artikels. 

Wer hat es das erste Mal krachen lassen?

Die Geschichte des Feuerwerks geht weit zurück – sehr weit. Denn bevor es am Himmel so schön glitzert, braucht man Schwarzpulver und genau dieses wurde in der Hau Dynastie (25-250 n.Chr.) in China erfunden. Die ersten Vorreiter der Rakete entstanden dann ebenfalls in China zur Sung-Zeit (960-1279) und Ende des 13. Jahrhunderts kam das Schwarzpulver dann auch in Europa an. Der „Feuerwerker“ beim Militär war hoch angesehen, da er oft über Sieg und Niederlage entschied – denn wenn er die Mauern nicht zum Einsturz bringen konnte, wurde die eigene Infanterie von den gegnerischen Feuerwerkern schlicht und einfach zerbombt.

1379 dachte sich dann jemand: „Hey, es ist bald Pfingsten. Warum stopfen wir nicht Schwarzpulver in eine Taube, sodass sie funkensprühend ein Seil entlang rutscht?“ – gesagt, getan. Das Feuerwerk verbreitete sich immer weiter und die ersten Menschen fingen an, sich tiefgehender damit zu beschäftigen. Seine beste Zeit hatte das Feuerwerk dann im Barock – Europas gesamter Adel fand immer einen Anlass, um Steuergelder zu ver“pulvern“, während die Leute auf der Straße verreckt sind. Gerade König Ludwig XIV., der Sonnenkönig, der sich mit dem Bau von Versailles ein bleibendes Denkmal geschaffen hat, war ein großer Fan von schönen Dingen. Er ließ die damals größte mit Wasser versorgte Parkanlage bauen und karrte die kreativsten Köpfe aus Europa heran, damit sie das Wasserspiel zusammen mit Feuerwerk zu Livemusik für ihn inszenierten.

Versailles wurde dafür berühmt, ein Ort des Schönen zu sein – ob es nun der Spiegelsaal, die Parkanlage oder eben die nächtlichen Feuerwerke sind. Den geladenen Gästen bot sich ein Schauspiel, das sie so noch nicht gesehen hatten.

Selbst zum Profi werden mit dem Feuerwerk Simulator

„Faszination Feuerwerk – Der Blick geht gen Himmel, die Musik setzt ein, die ersten spektakulären Effekte explodieren hoch oben in der Luft, offene Münder, lauter Ooohs und Aaahs ertönen im Publikum…“

Ich presse stattdessen die Zunge zwischen die Lippen und gebe genervte „Arghs“ und „Meeehs“ von mir, während ich mich wahlweise in Köln oder München darum bemühe, zu einem von mir gewählten Lied (der Titel passt ja wohl mal perfekt zu einem Feuerwerk) aus einer ziemlich großen und für den Laien etwas unübersichtlichen Auswahl von Feuerwerksgerätschaften zunächst die passenden Teile auszusuchen und diese dann auch noch im Takt zur Musik zünden zu lassen.

Doch bevor es soweit ist, kneife ich die Augen zusammen, als ich im Menü ankomme. Ich hab das Gefühl, in den späten 90ern vor einer WordArt-Präsentation zu sitzen, die mich versucht, ohne die Einnahme von synthetischen Mitteln, genau das nachempfinden zu lassen.

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glaubt mir, auf nem 27″ Monitor im Vollbild flasht das nochmal ganz anders rein…

Es gibt kein Tutorial, keinen Pyrotechniker, der mir zunächst etwas über die Grundprinzipien von Feuerwerken erzählt. Ich kann mir drei Beispielfeuerwerke ansehen, selbst eins aufbauen oder mehr Pyrotechnik basteln. Nachdem ich mir kurz etwas Inspiration bei den Beispielen geholt habe, mache ich mich voller Elan daran, das Kölner Rheinufer zu erleuchten.

Das Positionieren hat ein bisschen was von Geometrie in der Oberstufe – ich achte darauf, dass alles schön symmetrisch ist. Ich will ja, dass es professionell aussieht. Der „Sequencer“, den ich mit oben verlinktem Lied gefüttert habe, arbeitet mit den Gerätschaften, die ich vorher im „Positionieren“-Menü aufgestellt habe. Soweit so gut. Ich schiebe herum, versuche, zur Musik zünden zu lassen und schaue mir wieder und wieder das beste Feuerwerk aller Zeiten an. Wobei es irgendwie nicht ganz so aussieht, wie ich gehofft hatte.

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Selbst nach zwei Stunden fühle ich mich nämlich immer noch erschlagen vom Konfigurator und seinen drölf³ Möglichkeiten. Es war schon beim eigenen Feuerwerksaufbau anstrengend, sich alle vorgefertigten Teile anzusehen und sie passend zu kombinieren. Dazu gibt es beim Basteln der Feuerwerkskörper jeweils schon mehrere Möglichkeiten, bei der Farbkombination, Ausrichtung oder der Zünder(verzögerung). Ich lasse mich wirklich gerne auf komplexere Spiele ein, aber hier könnte ich wahrscheinlich schon fast für den gleichen Zeitaufwand einen richtigen Pyroschein machen.

Meine Beziehung zu Feuerwerken

Wobei meine Angst vor Feuerwerkskörpern wahrscheinlich zu groß dafür ist, einen richtigen Pyroschein zu machen. Als Kind hatte ich nicht nur kokelnde Haare dank Sternspeiern – immerhin habe ich das mittlerweile überwunden – sondern Dank meines Erzeugers auch das ein oder andere einschneidende Erlebnis bezüglich Böllern und Raketen. Ich war immer eins von diesen Kindern, die ihre Knallfrösche auf den Boden gedonnert haben, sich dann aber die Ohren zugehalten haben, wenn die „Erwachsenen“ angefangen haben, Raketen aus leeren Sektflaschen starten zu lassen. Klar hat mir das Spektakel am Himmel gefallen, aber ich war meistens viel zu sehr damit beschäftigt, den Bodeneinheiten um mich herum aus dem Weg zu gehen.

In meiner Jugend hab ich es dann vorgezogen, im Partykeller zusammen mit Freunden zu feiern. Eltern sind ja so uncool. Neben den Tischfeuerwerken, die ich mich sogar getraut habe, anzuzünden, wollten aber natürlich ein paar Leute beweisen, wie cool sie sind. Also ab nach draußen und Murphy’s Law heraufbeschwören. Während Leute Böller in ihrer Hand haben hochgehen lassen und Raketen aufeinander gerichtet haben, hab ich mich lieber abseits gestellt und schon mal die 112 auf dem Handy eingetippt.

Umso älter ich wurde, umso unwichtiger wurde mir Silvester im Allgemeinen, da sich nicht viel ändert, außer, dass man ein paar Wochen das falsche Jahr schreibt. Allerdings habe ich ein wundervolles Silvester mit einem atemberaubenden Feuerwerk in London erlebt. Da in England keine Feuerwerkskörper an die zivile Bevölkerung verkauft werden dürfen, bereitet ihnen die Stadt ein Spektakel vor: Die inneren Bezirke werden für den Verkehr ab 18 Uhr gesperrt. Über Lautsprecher, die überall verteilt sind, werden die Menschen, die teilweise seit Stunden in der Kälte stehen, um einen guten Platz zu haben, bei Laune gehalten und schließlich wird gemeinsam der Countdown zum neuen Jahr heruntergezählt. Mit Big Ben und dem London Eye, die nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind, bieten sich die perfekten Plätze, um etwas richtig großes aufzuziehen. Zunächst im Takt des Glockenschlags, dann im Takt der Musik, werden eine knappe viertel Stunde lang Raketen in den Himmel gejagt. Aber seht selbst: Silvesterfeuerwerk London 2011/2012

Spätestens mit diesem Erlebnis wusste ich ein richtig gut inszeniertes Feuerwerk zu schätzen. Der Aufwand, der hinter so einem Feuerwerk steckt, ist für mich kaum vorstellbar. Besonders jetzt nach meiner Erfahrung mit dem Großfeuerwerk Simulator.

Gewinnspiel

Ja, ihr habt richtig gelesen – es gibt etwas zu gewinnen. Wenn man mal von dieser Simulation absieht, gab es dieses Jahr bestimmt das ein oder andere Spiel, das bei euch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Was waren eure „Kracher“ des Jahres? Oder hattet ihr dieses Jahr keinen Kracher und wartet lieber darauf, was das Jahr 2016 so bringt? Unter allen Kommentaren unter diesem Artikel verlosen wir den original Großfeuerwerk Simulator inklusive Knallfrösche, damit ihr es selbst zu Silvester so richtig als Profi krachen lassen könnt!

Damit der Gewinn noch vor dem 31.12. ankommt, ist der Teilnahmeschluss am 28. Dezember. Zudem solltest du bereit sein, uns deine Anschrift mitzuteilen.

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für diesen Artikel danken

Podcast S01E04: Gefühlvolle Weihnacht
Podcast S01E05 Spezial: Hoffnungsträger 2016

Das sagt Tanya dazu:

Hast du schon mal ein richtig großes, dickes, fettes Feuerwerk rausgehauen? Welches Spielerlebnis war dein Kracher des Jahres und auf welches Spiel freust du dich im nächsten Jahr am meisten?
  • Sandra Thaler

    ich spiele seit einigen Jahren, seit ich auch immer weniger Zeit zum Spielen habe, nur noch kleine Indiespiele, die relativ schnell durchgespielt sind – oder mein Freund hilft mir, mit dem Spielestand voran zu kommen 😀

    Dieses Jahr war mein persönliches Kracher-Spiel ein schon länger erhältliches: Limbo. Die einmalige Atmosphäre und die spaßigen unterhaltsamen Rätsel, gepaart mit der ständigen Angst, wieder auf grausame Weise umzukommen, haben bei mir einen bleibenden Eindruck erhalten. Der Limbo-Sticker klebt seitdem mein Apple-Logo auf dem Notebook ab…

    Nächstes Jahr freue ich mich auf Spiele, die eigentlich für meine momentanen Spielgewohnheiten viel zu umfangreich werden – falls sie überhaupt erscheinen :/ Einerseits freue ich mich schon auf das neue Zelda (falls es 2016 kommt) und andererseits auf The Last Guardian (da warte ich schon seit gefühlten Jahrzehnten drauf und hier ist ebenfalls unsicher, ob es 2016 kommt).

    • Timo Radzik

      Ohja, freue mich auch auf die zwei Titel. Jetzt kann ja dann wenigstens TLG rauskomm, haben ja jetzt shenmue 3 als nächstes ewiges Projekt 🙂

    • Spielgefuehl

      Hallo Sandra,

      du bist die glückliche Gewinnerin, der Großfeuerwerk-Simulator inklusive Knallfrösche gehört dir!

      Damit du noch zu Neujahr deine Kreativität rauslassen kannst, bräuchten wir eine Adresse, an die wir das Spiel schicken können. Diese Adresse wird weder gespeichert, noch weitergegeben.

      Bitte schicke sie uns bis morgen um 10.00 Uhr an spielgefuehl@gmail.com, damit der Gewinn noch rechtzeitig ankommt. Andernfalls wird der Gewinn leider weiterverlost.

      Liebe Grüße,

      dein Spielgefühl-Team.

  • Domenic Bobeth

    Dieses Jahr war ein großartiges Spielejahr mit Krachern wie Witcher 3, Star Wars Battlefront, Bloodborne und Tales of Zestiria. Aber das Spiel das für mich 2015 dominiert hat war Until Dawn.

    Ich hatte die Erwartung das Spiel würde ein Horrorspiel mit mittelmäßiger Geschichte die einem B-Movie gleicht haben und dass, das Gameplay zu ähnlich zu Heavy Rain / Beyonf Two Souls ähneln würde.

    Das Spiel hat es aber geschafft mich durchweg zu überraschen. Das Gameplay passt perfekt zum Spielgeschehen, die Geschichte war durchdacht und hatte einige Wendungen und die Charaktere sind mit der Zeit gewachsen vom Charakter her.

    Deswegen würde ich sagen mein Spielehighlight 2015 war Until Dawn.