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Metal Gear Solid V: Tierfreund Snake

17. Februar 2016
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Nebensächlichkeiten wie das Verhindern eines Genozids und das Abwenden mehrerer Atomkriege lassen Snake fälschlicherweise als Helden dastehen. Was den Spezialagenten und Protagonisten aber zum tatsächlichen uneigennützigen Retter und Heros unseres Erdballs macht, ist seine Aufopferung für die Tierwelt.

2:41 Uhr. In unweiter Ferne erblickt Snake einen Außenposten. Das Fernglas gezückt lässt er seinen Blick über die wachenden Soldaten schweifen. Bei einem bleibt er hängen – bingo! Doch kurz bevor Big Boss, wie er von seinen Untergebenen genannt wird, zu seinem unwissenden Opfer und Auftragsziel geschlichen ist, hält er inne. Dort oben, direkt hinter dem Baum auf der Spitze des Hügels, blickt er in die Augen eines verlaufenen Schafes. Sein scheinbar schmerzerfülltes Blöken schallt in seinem Kopf. Auf zur Rettung!

So lässt Snake seine Mission fallen und eilt dem Tier zu Hilfe. Schließlich ist Afghanistan im Jahr 1984 ein von verfeindeten Truppen besetztes Kriegsgebiet und die örtliche Fauna durch die Einsätze bedroht. Wie ein Schatten nähert er sich dem hilflosen Wesen und schlägt zu. Da der Spezialagent Meister diverser Kampftechniken ist, brennen seine Schläge wie in offene Wunden gestreutes Salz. Doch als das Schaf nach dem ersten Schlag noch immer steht und seiner Rettung mit einem panischen Fluchtversuch entgehen will, setzt Snake zu einer Kombo an. Das Blöken verstummt, sanfte Ohnmacht tritt ein.

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Mit einem gewissen Stolz bindet unser Held den Rettungsballon ums Schaf, der dieses sicher zurück in die schützende Basis „Mother Base“ bringen soll. Dummerweise wacht das Tier dabei wieder auf und muss mit ansehen, wie es mehrere Meter über dem Boden schwebt. Doch Snake ist guter Dinge – schließlich sollte die gleich einsetzende bahnbrechende Beschleunigung es wieder in die beruhigende Ohnmacht drücken. Gut, dass gerade ein Sandsturm tobt, hat er zwar übersehen. Aber es ist ja auch dunkel.

Metal-Gear-Fans wissen natürlich, dass es sich bei „Snake“ um ein Akronym handelt: Sonderbeauftragter für notleidende Arten kriegsgeplagter Einsatzgebiete. Und so will der Recke seinem Namen auch gerecht werden, als er auf einem Grasplateau eine Gruppe Igel rumtapsen sieht. Als Big Boss ist er natürlich auf jeden potenziellen Problemfall vorbereitet, weswegen er prompt einige portable Tierkäfige aufstellt. Diese sollen die putzigen Stachelköpfe einfangen, damit sie anschließend sicher vom Einsatzteam abgeholt werden können. Weil es dunkel ist, Snake aber leider keine Leuchtfackeln mehr besitzt, legt er behutsam vor jede Box eine Landmine, die mit einem sanften roten Blinken pulsiert. Mit einem zufriedenen Lächeln begibt er sich schließlich weiter ins Habitat der Tiere, wohlwissend, dass die Igel dank der improvisierten Beleuchtung sicher ihre Behausung finden werden.

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Die Diamond Dogs, Soldaten der Militärorganisation von Big Boss, werden noch jahrelang Lobeshymnen auf ihren Anführer anstimmen. Sie werden ihren Enkeln Geschichten erzählen von geretteten Bären, die unser Held mit bloßer Entschlossenheit (und dem Einsatz eines mechatronischen Starkstrom-Roboterarms) vor den bösen Feinden (die sich seltsamerweise nie auch nur in der Nähe dieser Tiere aufhalten) bewahrt hat. Und sie werden schwärmen von der Heldentat, als Big Boss einen in 30 Meter Höhe schwebenden Geier mit einem gezielten Kopfschuss seiner Betäubungspistole auf den Boden befördert hat, um ihn anschließend wieder in die Luft zu schicken, zur Basis, wo der Vogel endlich (in einem geräumigen Käfig) frei sein konnte.

Denn wo andere Einsatzkräfte einfach die gegnerischen Truppen ausschalten würden, um den Schutz der Tiere zu garantieren, kümmert sich Snake, selbstlos wie er ist, liebevoll um jedes einzelne Wesen. Er lässt deren Herzen höher schlagen und gleichzeitig ihre Körper abhärten, sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass etwas schief geht. Und spätestens wenn er seine unverkennbare Güte an seinem Hund „DD“ zeigt, dem er ein Messer ins Maul drückt, um ihn mit den Feinden spielen zu lassen, wird auch dem Letzten klar: Es gibt wohl keinen größeren Tierfreund in virtuellen Kreisen als Snake.

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Robert Yang Teil IV: Cobra Club

Das sagt Robin dazu:

Kam es bei euren Rettungsversuchen auch zu "unglücklichen Vorfällen"? In welchen anderen Spielen hattet ihr eure Freude mit Tieren?
  • Timo Radzik

    Hab MGSV immer noch nicht gespielt 🙁
    Den meistens Spaß hatte ich aber wohl mit dem Bug-Pferd aus Skyrim!

  • Ocelot

    That’s a Karakul sheep. They’re the oldest domesticated sheep, and are also prized for their pelts. Some are raised for their meat, but… keep your appetite under control.

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